Sa, 28. April 2018

16:00
Haldenstr. 7
6006 Luzern

Antoinette Ulrich Anto

Vernissage
041 410 75 74
Haldenstr. 7
6006 Luzern
DO/FR 13–18.30 Uhr, SA 10–16 Uhr

Es sind zwei Dimensionen, die die Werkreihe Subjects der Luzerner Künstlerin Antionette J. Ulrich – ANTO – auszeichnen. Die erste ist die vordergründige, sie fesselt den Blick des Betrachters in einer Bewegung zwischen oben und unten. Bewirkt vom Farbauftrag, der von unten nach oben und oben nach unten führt und einem wesentlichen Anliegen der Künstlerin entspringt: zwischen Himmel und Erde zu vermitteln, das Spirituelle von oben nach unten zu holen. Dabei schaffen es die Gemälde, die zwei Sphären zu verbinden, ihre Differenz zu überwinden – es ist kein unruhiges Auf und Ab, es wird kein Entweder-Oder eingefordert. Vielmehr entsteht ein bewegtes und bewegendes, eine schwebende Ebene, ein Ton, der klingt und vibriert und nie verstummt.
Die Arbeit mit Licht, die Komposition von Dunkelheit und Helligkeit, der unterschiedliche pastose Auftrag der Farben und die daraus resultierenden Strukturen lassen die Bilder ganz verschieden wirken. Tiefe aber haben alle. Und hier entfaltet sich dem Betrachter die zweite Dimension: von der Oberfläche in diese Tiefe hinein, in einen Raum, der sich als abstrakte Landschaft auftut und den Betrachter einlädt, darin Spaziergänge zu unternehmen, Geschichten, Gefühle und Stimmungen zu finden, zu erinnern, neue zu erfahren. Es sind unzählige Schichten, die ANTO in einem langsamen, geduldigen Prozess auf die Leinwände aufträgt, die den Bildern ihre Tiefe und Ruhe geben.
 
Die Subjects sind Resultat einer langen und intensiven Auseinandersetzung der Künstlerin mit den Möglichkeiten der Farbe, des Materials, dem Licht; mit der Tradition der Pittura materica, dem abstrakten Expressionismus, der ‚Abstraktion als Prozess‘ (Barnett Newman). Dabei sind es – seit Beginn ihrer künstlerischen Arbeit im Jahr 2000 – stets auf Reisen erlebte konkrete Landschaften und Naturphänomene und damit verbundene Gefühle und Stimmungen, von denen ANTO sich inspirieren lässt und die sie zu transzendieren sucht. Und immer wachsen ihr Bilder von innen nach aussen – Schicht für Schicht, in Sequenzen und Farbtönen.
(nicht vollständig wiedergegebener Artikel aus dem Jahr 2017) von Susanne Gmür, Luzern Kulturwissenschaftlerin MA