Do, 01. März 2018

20:00
Sankt-Oswalds-Gasse 3
6300 Zug

Ein Kuss

Theater. Regie: Mario Perrotta
Sankt-Oswalds-Gasse 3
6300 Zug

Einpersonenstück von Mario Perrotta - Übersetzung von Gabriela Zehnder | Spiel - Marco Michel I Regie - Mario Perrotta

Der schweizerisch-italienische Maler Antonio Ligabue kam in Zürich als uneheliches Kind einer italienischen Einwandererin zur Welt und wurde mit neun Monaten an Pflegeeltern weggegeben. Früh fiel er auf durch sein «schwachsinniges Verhalten», kam ins Jugendheim und später in die Psychiatrie nach Pfäfers. Mit 18 Jahren u.a. wegen Landstreicherei des Landes verwiesen und nach Italien, ins kleine Dorf Gualtieri, zwangsausgeschafft. Wenige Jahre vor seinem Tod entdeckte ihn ein bekannter Maler und so wurde er auf einen Schlag berühmt. Heute ist Italien stolz auf seinen «italienischen Van Gogh», während er in der Schweiz weitgehend unbekannt ist. Seine Bilder sind grösstenteils im Besitz privater Sammler.

In diesem Einmannstück geht es um das Leben von Antonio Ligabue, von seiner Geburt bis zum Tod. Zwar zeigt es Ligabues Randexistenz, jedoch rückt es vor allem eines ins Zentrum: Seine unglaubliche Schaffenskraft. Er ist an seinem Schicksal nicht zerbrochen, sondern hat sich ein eigenes Universum von Bildern und Plastiken geschaffen. Somit ist das Zeichnen ein elementarer Bestandteil dieses Schauspiels: Auf Leinwänden entstehen immer wieder grossformatige Kohlezeichnungen von Menschen, die sein Leben prägten – seine Mutter, die Leute aus dem Dorf, die Wäscherin. Wie Antonio Ligabue in seinem Leben, so erschafft sich auch Marco Michel auf der Bühne immer wieder ein neues Gegenüber – denn nur über seine Kunst konnte Ligabue mit der Welt kommunizieren. Ausserdem geht es um die Frage, wer denn eigentlich der Verrückte ist: Der Ausgeschlossene oder die Ausschliessenden?