Do, 15. Mai 2014

09:23 bis 11:23
Dorfstrasse 4
6072 Sachseln

Katharina Anna Wieser

Kunst-Klause. Installation im Museumsgarten
041 660 55 83
Dorfstrasse 4
6072 Sachseln
DI–SA 10–12 Uhr & 13.30–17 Uhr, SO 11–17 Uhr

Kunst-Klause - Katharina Anna Wieser

im Garten des Museums Bruder Klaus Sachseln
13. April bis 1. November 2014

Auch 2014 wird im Garten des Museums Bruder Klaus Sachseln wieder eine Kunst-Klause gezeigt. Dieses Jahr stammt sie von der Künstlerin Katharina Anna Wieser. Ermöglicht wird die Installation durch die Partnerschaft mit der Landis & Gyr Stiftung.

Der wohl auffälligste Abschnitt des Gartens hinter dem Museums Bruder Klaus in Sachseln ist die Anlage im Barockstil aus der Erbauungszeit des Hauses 1784. Buchsbüsche zeichnen ein symmetrisches Muster, in dessen Zwischenräume vier Rosenbäumchen und im Frühling farbige Blumen gesetzt werden. Katharina Anna Wiesers Intervention bezieht sich einerseits auf die formalen Aspekte des Gartens und andererseits auf den Kontext des Museums, konkret auf den Mystiker Bruder Klaus. Der Begriff Klause wird symbolisch interpretiert und als offene Struktur umgesetzt.

Drei sich kreuzende Holzkuben verlaufen schräg, die Achsen brechend, durch den quadratischen Garten und zeichnen ein feines Netz über dem Muster, dessen strenge Symmetrie so überspielt wird. Die zwanzig Zentimeter breiten Balken sind begehbar. Sie holen die Besucher bereits an den Wegen zum Garten ab, beginnen ebenerdig und führen schräg anlaufend über die Buchsbäume in die Höhe. Sie können beim Umrunden des Gartens verfolgt oder von trittsicheren Besuchern begangen werden.

Besucher, die sich wagen, den gewohnten Weg zu verlassen, erhalten über dem Boden schwebend eine andere, „erhobene“ Sicht auf das Gelände. Der neue Weg ist eng und erfordert Mut und Balance, denn man kann ihn nur alleine begehen, ein Nebeneinander ist nicht möglich. Wer diesen Weg wählt, übernimmt auch Verantwortung für den empfindlichen Buchs, der keine Beeinträchtigungen erträgt. Er wird bewusst durch die Balken nicht tangiert.

Einzig an der Stelle, wo sich alle drei Balken schneiden, entsteht eine etwas breitere Plattform. Sie gewährt allenfalls ein kurzes Aufatmen und Anhalten, ist eine Kreuzung, ein Begegnungspunkt. Hier muss sich der Besucher entscheiden, welchen Weg er wählen will, um wieder auf sicheren Boden zu gelangen.

Von den höheren Geschossen im Innern des Museums kann man die feine lineare Zeichnung der Kuben noch deutlicher sehen. Die drei sich kreuzenden Linien fügen sich zu einem abstrakten sechs-eckigen Stern zusammen und erinnern so an die Speichen des Rades im Betrachtungsbild von Bruder Klaus.

Die Installation von Katharina Anna Wieser ist bis am 1. November 2014 im Garten des Museums Bruder Klaus Sachseln zugänglich. In dieser Zeit ist das Museum täglich ausser montags geöffnet, Dienstag bis Samstag von 10 bis 12 und 13.30 bis 17 Uhr, am Sonntag von 11 bis 17 Uhr.