So, 12. November 2017

14:00

Maurice Ducret

Begegnung mit dem Künstler
Ober-Alstadt 8
6300 Zug
DI-FR 14-18.30 Uhr, SA 10-16 Uhr

Nach der Matura studierte der 1953 in Schwyz geborene Maurice Ducret
von 1974 bis 1978 an der Schule für Gestaltung in Luzern. Ausgezeichnet
mit dem Schweizerischen Kunststipendium und dem Stipendum der Kiefer-
Hablitzel-Stiftung (1978) schuf er sich mit seiner expressiv abstrakten Malerei
in kurzer Zeit einen Namen und hatte schon früh die Gelegenheit, im In-und
Ausland in renommierten Galerien auszustellen. In den Neunzigerjahren
wich der heftige Pinselstrich allmählich einer kompositorisch überlegten Farb-
malerei. Gleichzeitig begann sich Maurice Ducret für die grossformatige
Fotografie zu interessieren und dies mit der Konsequenz, Malerei und foto-
grafische Möglichkeiten miteinander zu verbinden.

Ausgangspunkt sind die klassischen Bildthemen der Fotografie - Landschaft,
Akt, Blumen und Wasser. Die Arbeit mit einer Grossformatkamera verlangt
vom Künstler präzise Vorbereitung und zwingt ihn zu einem langsamen Arbeits-
prozess .Nach der Entwicklung  in der Dunkelkammer wird das Filmmaterial
hochauflösend eingescannt und dient im weiteren Arbeitsverlauf als digitales Roh-
material, aus dem ausgewählt wird und Ausschnitte bestimmt werden. Diese Phase
der Verarbeitung ist ein zentraler Prozess der Aneignung.

Anschliessend färbt, bemalt und übermalt Maurice Ducret die Papiere, auf die er
die ausgewählten Fotografien überträgt. Nach einem ersten Druck folgen meist
weitere Druckgänge, bei denen Kontraste verstärkt oder gemindert, Ton- und
Farbwerte modifiziert werden. Dies geschieht mit der Veränderung der Druckvorlage
am Computer. Maurice Ducret versteht Malerei als Haltung und als Prozess, der
bei der Vorbereitung des Papiers beginnt, sich beim Fotografieren fortsetzt, in der
digitalen Verarbeitung weitergeführt und schliesslich in der Ausführung mit dem
Plotter beendet wird. Gelingt die Zusammenführung, kann die Arbeit abgeschlossen
werden. Wenn nicht, wird das Papier ausgewaschen und der Prozess beginnt von
vorne.

Was den Künstler Maurice Ducret fasziniert, ist die Verbindung von malerischen
Möglichkeiten mit der Fotografie, die in digitalisierter Form gegeben ist und im
Pigmentdruckverfahren  wiederum zum Bild wird. Für Maurice Ducret ist dies
der „zweite Blick, die Schnittmenge zwischen Welt und eigener Wirklichkeit, die
neue Bilder schafft. Diese Schnittmenge fliesst und mäandert.“