Di, 23. Januar 2018

20:00
Arsenalstr. 28
6010 Kriens

Theater Lilith

«Kronenhaufen». Musik & Theater. Von Elivira H. Plüss.
041 318 00 40
Arsenalstr. 28
6010 Kriens

«Darüber sollte dringend ein Buch geschrieben werden, sagt meine Familie. Nun schrieb ich nicht ein Buch, sondern ein musikalisches, tragisch-komisches Erzählstück über unsere Vorfahren, die Verdingkinder waren. Ich schrieb über die Ausgrenzung von Menschen und die möglichen Folgen», berichtet Elvira Plüss Hunkeler, die Autorin von Kronenhaufen. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in der Schweiz tausende Kinder wie Vieh auf Verdingmärkten versteigert. Diese Kinder lebten vorwiegend auf Höfen und in Betrieben, wo sie wie Leibeigene gehalten und in jeder nur möglichen Beziehung gnadenlos ausgebeutet wurden. Noch heute lebt in der Schweiz eine vermutlich fünfstellige Zahl ehemaliger Verdingkinder. Kronenhaufen erzählt die Geschichte eines Verdingjungen, der brutale Isolation erlebt und tiefe Verlorenheit, der die physischen und psychischen Misshandlungen, die ihm angetan werden, weitergibt an die Nachkommen. Dieses tausendfache Leid, das nicht mit dem Verdingkind stirbt und sich zäh in den Folgegenerationen einnistet, ist das eine Thema, dem sich das Stück Kronenhaufen annimmt. Das andere Thema, das künstlerisch umgesetzt erzählt wird, ist Ausgrenzung an sich. Denn Armut und Chancenlosigkeit im Angesicht von Wohlstand werden ebenfalls als Ausgrenzung erlebt. Und die Folge von Ausgrenzung ist Gewalt. Das beweisen die Erläuterungen aus dem Werk Schmerzgrenze des Neurowissenschaftlers Dr. Prof. Joachim Bauer, die mit in das Spielgeschehen einfliessen. Kronenhaufen erzählt also die Geschichte eines Verdingkindes, will da aber nicht stehen bleiben. Es weist, resultierend aus dieser einen Geschichte, auf grössere, globale Zusammenhänge von Ausgrenzung hin. — Elvira Plüss Hunkeler studierte in Berlin Schauspiel und arbeitete in Deutschland an namhaften Bühnen wie dem Thalia Theater Hamburg, dem Schillertheater Berlin oder dem Theater Freiburg i. Brsg. Seit zehn Jahren führt sie erfolgreich Regie. Sie stellt ihr 2017 entstandenes Stück Kronenhaufen vor, das die Folgen von Ausgrenzung für den Menschen bespricht. Pascal Pfeuti war von 2009 bis 2014 Ensemblemitglied des Staatstheater Mainz und da in zahlreichen Rollen zu sehen, u.a. als Antigone (Regie: Philipp Tiedemann), Nora (R: Matthias Fontheim), Shakespeares Julia (Regie: Thorleifur Örn Arnarsson), als Jesus in Der Heilige Paulus (Regie: Robert Borgmann) und als Hauptrolle in Kurt Weills Musical Lady in the Dark (Regie: Matthias Fontheim). Zurzeit lebt sie freischaffend in Berlin und Basel und ist in mehreren Theater- sowie auch Musikproduktionen beteiligt – so etwa in Kronenhaufen. Clo Bisaz ist langjähriges Mitglied des Theaters M.A.R.I.A. und des Ensembles Theater Salto & Mortale, u.a. in Zusammenarbeit mit Thomy Truttmann. Mit Clo spielt ein vielseitiger, sehr charakterstarker und spannender Darsteller die männliche Hauptrolle in Kronenhauften. Noah Egli und Cyrill Michel bringen mit clownesker Akrobatik die Komödie in die Tragödie um die Ausgrenzung von Menschen. Noah Egli ist seit Jahren Mitglied des Cirque de loin. Der Sänger und Musiker Cyrill Michel macht seine ersten Narrenschritte ins Schauspiel. Madeleine Bischof komponiert für Kronenhaufen. Sie ist dem Luzerner Publikum bekannt u.a. aus der Formation Kontra Trio zu der auch Thomas K.J. Mejer gehört, der ebenfalls in diesem musikalischen Erzähltheater mittut. http://www.sudpol.ch/#31207

Eintrittspreis: 
CHF 15