Do, 22. Februar 2018

20:00
Sankt-Oswalds-Gasse 3
6300 Zug

Theater Lilith / Plüss - Arnold - Bischof

«Kronenhaufen». Von Elvira H. Plüss
Sankt-Oswalds-Gasse 3
6300 Zug

«Darüber sollte dringend ein Buch geschrieben werden, sagt meine Familie. Nun schrieb ich nicht ein Buch, sondern ein musikalisches, tragisch-komisches Erzählstück über unsere Vorfahren, die Verdingkinder waren. Ich schrieb über die Ausgrenzung von Menschen und die möglichen Folgen», berichtet Elvira H. Plüss, die Autorin von Kronenhaufen. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in der Schweiz tausende Kinder wie Vieh auf Verdingmärkten versteigert. Diese Kinder lebten vorwiegend auf Höfen und in Betrieben, wo sie wie Leibeigene gehalten und in jeder nur möglichen Beziehung gnadenlos ausgebeutet wurden. Noch heute lebt in der Schweiz eine vermutlich fünfstellige Zahl ehemaliger Verdingkinder. Kronenhaufen erzählt die Geschichte eines Verdingjungen, der brutale Isolation erlebt und tiefe Verlorenheit, der die physischen und psychischen Misshandlungen, die ihm angetan werden, weitergibt an die Nachkommen. Dieses tausendfache Leid, das nicht mit dem Verdingkind stirbt und sich zäh in den Folgegenerationen einnistet, ist das eine Thema, dem sich das Stück Kronenhaufen annimmt. Das andere Thema, das künstlerisch umgesetzt erzählt wird, ist Ausgrenzung an sich. Denn Armut und Chancenlosigkeit im Angesicht von Wohlstand werden ebenfalls als Ausgrenzung erlebt. Und die Folge von Ausgrenzung ist Gewalt. Das beweisen die Erläuterungen aus dem Werk Schmerzgrenze des Neurowissenschaftlers Dr. Prof. Joachim Bauer, die mit in das Spielgeschehen einfliessen. Kronenhaufen erzählt also die Geschichte eines Verdingkindes, will da aber nicht stehen bleiben. Es weist, resultierend aus dieser einen Geschichte, auf grössere, globale Zusammenhänge von Ausgrenzung hin.

Eintrittspreis: 
CHF 30.00 / 20.00