Mi, 30. Januar 2019

19:30
Europaplatz 1
6005 Luzern

Tönende Sprachlosigkeit

Konzert. Klassik. Mit Junge Philharmonie Zentralschweiz, Luzerner Sinfonieorchester u. a. Werke von Mozart, Hindemith, Strauss
Europaplatz 1
6005 Luzern

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Sinfonia Concertante A-Dur KV 104 (Fragment, Bearbeitung Robert D. Levin)
Sinfonia Concertante Es-Dur KV 364

Paul Hindemith (1895 – 1963)
Sinfonische Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber

Richard Strauss (1864 – 1949)
Rosenkavalier-Suite
Musik entsteht fast immer aus konkreten Ereignissen oder aus literarischen Vorlagen heraus. Manchmal nur einzelne Wörter, aber auch ganze Texte inspirieren Komponierende nicht nur zu Opern und Liedern, sondern sehr oft auch zu «reiner» Instrumentalmusik. «Zwischen den Tönen», das Motto des Szenenwechsel-Festivals 2019, geht diesem Phänomen nach und spürt allem nach, was zwischen den Tönen (manchmal verborgen) steht. Da gibt es viel Spannendes zu entdecken: So auch im Gemeinschaftskonzert der Jungen Philharmonie mit dem Luzerner Sinfonieorchester. Hier entdeckt man die Versuche Mozarts, das Dialogische zwischen Soloinstrumenten und dem Orchester zum Klingen zu bringen: Einige Skizzen dazu hat er unvollkommen liegen gelassen, um dann in der Sinfonia Concertante KV 364 ein Meisterwerk für die beiden «sprechenden» Instrumente, Violine und Viola, zu schreiben. Veränderte Zitate finden sich bei Paul Hindemith, der in seinen sinfonischen «Metamorphosen» ein Thema von Carl Maria von Weber aufnimmt, um fast 100 Jahre nach dessen Entstehung etwas völlig Neues zu kreieren. Er hat «Töne zwischen den Tönen» wortwörtlich genommen. Zum leuchtenden Abschluss gelangt das Konzert mit der «Rosenkavalier-Suite» von Richard Strauss. Die Musik aus der gleichnamigen Oper nach dem Libretto von Hugo von Hofmannsthal hat Strauss zu einer opulenten Suite verdichtet, ganz nach Hofmannsthals Motivation für den Stoff des «Rosenkavaliers» und einer gewissen Sprachlosigkeit gegenüber dem menschlichen Zusammenleben: «Es ist augenblicklich und ewig, und hier ist Raum für Musik».
Prof. Dr. Michael Kaufmann
Direktor Departement Hochschule Luzern – Musik