Fr, 27. April 2018

19:30
Theaterstr. 2
6003 Luzern

Väter

Theater. Regie: Maximilian Merker
041 228 14 14
Theaterstr. 2
6003 Luzern

Liebster Vater,
Du hast mich letzthin einmal gefragt, warum ich behaupte, ich hätte Furcht vor Dir. Ich wusste Dir, wie gewöhnlich, nichts zu antworten, zum Teil eben aus der Furcht, die ich vor Dir habe, zum Teil deshalb, weil zur Begründung dieser Furcht zu viele Einzelheiten gehören, als dass ich sie im Reden halbwegs zusammenhalten könnte. Und wenn ich hier versuche Dir schriftlich zu antworten, so wird es doch nur sehr unvollständig sein, weil auch im Schreiben die Furcht und ihre Folgen mich Dir gegenüber behindern und weil überhaupt die Grösse des Stoffs über mein Gedächtnis und meinen Verstand weit hinaus­ geht … (Franz Kafka, Brief an den Vater)
Väter und Söhne! Franz Kafka hatte wohl Recht: Vater werden, Sohn sein, das ist ein unerschöpfliches Thema. In Familie oder Literatur, überall Vaterkomplexe und archaische Geschichten von Söhnen im Widerstreit zwischen Identifikation und Abgrenzung. Da findet man Figuren zwischen Vorbild und Übervater, Ernährer und (Welt­) Erklärer. Rat­Geber. Geschichten von starken und von abwesenden Männern. Am Horizont dämmern zeitgenössische Entwürfe von modernen Papas, Stay­at­Home­Dads, Patchworkfamilien und Eltern­zeit. Nach den «Müttern» überlassen wir nun Luzerner Vätern die Bühne, um ihre Rolle in diesem ältesten Stück der Welt zu befragen.