Sa, 25. Mai 2019

21:32
Eisenbahnstr. 19
8840 Einsiedeln

Ein himmlisch’ Werk – Musikalische Schätze aus dem Kloster Einsiedeln

Sonderausstellung über die Musikbibliothek des Benediktinerstifts. Jeweils DI: Orgelkonzert bis 20 Uhr
Eisenbahnstr. 19
8840 Einsiedeln
DI-FR 13.30-17 Uhr, SA-SO & Feiertage 11-17 Uhr

Aus heutiger Sicht unvorstellbar: Die Mönche tragen ihre Leidenschaft für die Oper in die
Kirche und spielen im Gottesdienst die Ouvertüre zu «Die Hochzeit des Figaro» von Wolfgang
Amadeus Mozart. Das sorgfältig geführte Kapellmeisterbuch zeugt davon. Aktenkundig ist
auch, dass bei Inszenierungen im Stiftstheater bekannte Werke umgeschrieben wurden,
weil im Gymnasium keine Mädchen zugelassen waren. So wurde denn aus Gaetano Donizettis
«Fille du régiment» ohne Rücksicht auf Verluste «Der Regimentsbursche». Den Grundstein
für die beeindruckende Sammlung mit einigen Kuriositäten und zahllosen Kostbarkeiten legte
Pater Gall Morel, der für das Kloster Einsiedeln neben einem Skizzenblatt von Mozart auch
Briefe von Mendelssohn, Liszt, Verdi oder Wagner erwarb.
 
Die Ausstellung mit Musikalien aus einer der grössten Musikbibliotheken Europas führt Sie
in vergangene Jahrhunderte, in denen die Benediktiner musizierten, komponierten und Noten
der Grossen kopierten. Sie begegnen Johann Christian Bach und Abschriften seiner Werke,
welche neben den Autografen die ältesten überlieferten Quellen des katholischen Bach sind.
Und Sie machen Bekanntschaft mit klostereigenen Komponisten wie Pater Daniel Meier, dem
sein Lehrer Paul Hindemith gezeichnete Neujahrsgrüsse schickte. Ganz und gar schweizerisch
ist das Autograf einer Messe für Männerchor von Pater Alberik Zwyssig aus Bauen im Kanton
Uri. Darin enthalten ist das Graduale «Diligam te Domine», aus dem später – mit neuem Text –
der Schweizerpsalm und schliesslich unsere Landeshymne wurde.
 
Die beiden Kuratoren der Ausstellung sind Pater Lukas Helg, seit 42 Jahren Leiter der Musikbibliothek,
und Dr. Christoph Riedo, Musikwissenschaftler und Kenner der Alten Musik. Für die
Gestaltung zeichnet der Szenograf Mathis Füssler verantwortlich.
Eintritt