So, 07. April 2019

17:00
Franziskanerplatz 1
6003 Luzern

Lucerne Festival: Oster-Festival

Konzert. Klassik. Mit Collegium Vocale zu Franziskanern Luzern u. a. Werke von Brahms, Rheinberger, Dvorak. Leitung: Ulrike Grosch
Franziskanerplatz 1
6003 Luzern

Collegium Vocale zu Franziskanern Luzern  
Ulrike Grosch  Dirigentin
Marián Krejčík  Bariton
Sophie Luise Hage  Violoncello
Tobias Willi  Orgel
Johannes Brahms (1833–1897)
Motette Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen? op. 74 Nr. 1
Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901)
Tribulationes aus den Fünf Hymnen op. 140
Dextera Domini aus den Fünf Hymnen op. 140
Elegie für Violoncello und Orgel op. 150 Nr. 5
Präludium aus der Orgelsonate Nr. 7 f-Moll op. 127
Cantus Missae. Messe Es-Dur op. 109
Antonín Dvořák (1841–1904)
Auszüge aus den Biblischen Liedern op. 99
 
Eine «kleine Abhandlung über das grosse ‹Warum›» nannte Johannes Brahms die erste seiner beiden Motetten op. 74. Immer wieder behandelte er in seinen Chorwerken Fragen nach dem Glauben, dem Schicksal, dem Tod. Fragen, die ihn ein Leben lang umtrieben, weil er – bibelfest, aber freisinnig – keine einfachen Antworten parat hatte. Das Collegium Vocale zu Franziskanern stellt dem norddeutschen Protestanten, der in Wien seine Wahlheimat fand, nicht nur die Biblischen Lieder des Tschechen Antonín Dvořák, sondern auch Werke des Liechtensteiner Katholiken Josef Rheinberger gegenüber, der zeitgleich in München wirkte. Wie Brahms wahrte auch Rheinberger Distanz zur «neudeutschen» Schule um Franz Liszt und Richard Wagner. Und doch war er kein verstockter Traditionalist, wie seine Gegner glauben machen wollten. Der doppelchörige Cantus Missae etwa, neben den Orgelsonaten Rheinbergers bekanntestes Werk, wendet sich in seiner harmonischen Expressivität gegen die konservativ-puristische Strömung des Cäcilianismus, die der Kirchenmusik Experiment und Individualität austreiben wollte.