Coronavirus/COVID-19

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So, 01. Dezember 2019

14:30
Dorfstr. 27
6301 Zug

My Mother Country

Gespräch
041 725 33 44
Dorfstr. 27
6301 Zug
DI–FR 12–18 Uhr, SA/SO 10–17 Uhr

Draussen wird es kühl, nass und grau, drinnen im Kunsthaus Zug leuchten warme Farben von weit her: aus Australien. Grossformatige, meist abstrakte Bilder, erdig und sinnlich. Sie wirken verblüffend modern und künden doch geheimnisvoll von Ritualen und einer grossen Verbundenheit zur Kraft der Natur. Die Vergangenheit des Gebiets, von dem diese intensiven Farben her leuchten, ist eine dunkle. Es ist das Northern Territory und konkret die Umgebung von Alice Springs, wo Aborigines in Reservate versetzt wurden. In weitläufigen Wüstenstreifen haben entwurzelte Menschen mit Pinsel, Farbe und Leinwand ihre Identität auf individuelle Weise neu zum Ausdruck gebracht. Hierher war 1971 der australische Kunstvermittler und Künstler Geoffrey Bardon mit den Malutensilien gereist: Erst arbeiteten Kinder damit, bald auch Erwachsene. Er hatte Interesse für die eigenen ästhetischen Vorstellungen der Aborigines, ihre Mythen, das Malen auf Körpern, im Sand und auf Stoff – für ihre Herkunft. Die neuen kraftvollen Bilder auf Leinwand wurden in Kunstkreisen bald hochgeschätzt und sind heute in den bedeutenden Kunstmuseen Australiens ebenso vertreten wie in Kunstsammlungen in den USA und in Europa. Ins Northern Territory reiste auch das Ehepaar Joëlle und Pierre Clément, das heute in Zug wohnt. Immer wieder sind sie seit den späten 1990er-Jahren in die Gebiete der Aborigines in der Region von Alice Springs zurückgekehrt, um den Urheberinnen und Urhebern der Werke zu begegnen und in persönlichen Kontakten zu jener hochkarätigen Auswahl zu gelangen, die sie im Kunsthaus Zug erstmals vorstellen. Es ist überhaupt die erste thematische Präsentation von moderner Aborigines-Malerei in einem Schweizer Kunstmuseum, nachdem deren Bedeutung im zeitgenössischen Kunstkontext in wichtigen Kunst-Instituten in Europa aufgezeigt wurde. Die Präsentation der Sammlung Pierre und Joëlle Clément im Kunsthaus Zug umfasst rund 80 sorgsam ausgewählte Werke von 50 Künstlerinnen und Künstlern aus der Zeit von 1998 bis 2008. Eine der wichtigsten und international gefeierten Vertreterinnen der ersten Stunde ist in einer gesonderten Einzelausstellung zu sehen: Emily Kame Kngwarreye (1910 – 1996). Sie wuchs in Utopia (Region Alice Springs) auf und lebte und arbeitete nach der Zeit der Reservate auf einer Farm, wo ihr künstlerisches Potential gefördert wurde. Ihr bedeutendes malerisches Werk auf Leinwand ab 1988/89 wurde weltweit gezeigt, so an den Biennalen in Venedig 1997 und 2015, und ist in Sammlungen namhafter australischer und US-amerikanischer Kunstmuseen vertreten. Mit 20 ausgesuchten Gemälden unterschiedlicher Werkphasen, darunter mehrere Grossformate, aus zwei australischen Privatsammlungen wird die Künstlerin erstmals in Europa im Kunsthaus Zug in einer Einzelausstellung exklusiv vorgestellt. Beim Rundgang durch die Ausstellungen 'My Mother Country' – Malerei der Aborigines' und 'Emily Kame Kngwarreye' kommentiert Roberta Colombo Dougoud, Konservatorin, Musée d'ethnographie de Genève, die Ausstellungen aus ethnologischer Sicht. Begleitet von Kurator Matthias Haldemann und Joëlle Clément. Veranstaltung findet teilweise in Französisch und/oder Englisch statt. Die Veranstaltung ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Eintrittspreis: 
CHF 15.00 / 12.00