Sa, 09. September 2017

16:00
Haldenstr. 1
6340 Baar

Quido Sen & Roman Kames

Vernissage. Mit Michael Sutter. Weitere Vernissage: SO 10. September, ab 14 Uhr
041 761 50 28
Haldenstr. 1
6340 Baar
MO/DO 14–18 Uhr, SA 10–16 Uhr

Der Titel, den Quido Sen für seine vierte Ausstellung wählte, bezieht sich auf den Roman des Philosophen Jan Ámos Komenský «Labyrinth der Welt und Paradies des Herzens», aus dem Jahre 1631. Komenský versteht das Labyrinth nicht als Irrgarten, sondern als ein Ort des Chaos, Ort der Unwahrheiten und gezielter Desinformation. Das Buch entstand in der Zeit, als nach zwei Jahrhunderten der religiösen Toleranz in Europa der Dreissigjährige Krieg grosses Leid und viele Vertriebene zu Folge hatte.
Sen sieht zwischen damals und heute eine enge Verwandtschaft, durch die Dominanz von gehaltloser Kommunikation, alternativen Fakten, Intoleranz und die enormen Flüchtlingsströme.
In seiner vierten Ausstellung in der Galerie Billing Bild reagiert der Künstler darauf mit einer Installation, die Labyrinths gleich Durcheinander mit Ordnung, High-Tech mit Archaischem, Wirklichkeit mit Fiktion vereint. Sie ist zum grossen Teil mit Alltagsmaterialen erstellt, dennoch greift Arte Povera für Sens Kunst zu kurz. Seine Installationen sind technisch anspruchsvoll programmiert und reagieren akustisch oder mit Bewegung auf die Umwelt.
In sich ruhend, mit einer grossen Distanz zu Ausschlägen der heutigen Zeit, sind die gleichzeitig ausgestellten Arbeiten des Seelenverwandten und guten Freundes von Quido Sen, Roman Kames. Der Künstler, der in Paris und seit 1992 auch im Ladakh wohnt und arbeitet, hat in der abgelegenen Bergwelt Nordindiens, in der klaren Luft und der unberührten Natur seine Inspirationsquelle gefunden. Er zeigt Aquarelle und Malerei auf handgeschöpftem Papier oder Leinwand.
Die Werke der beiden Künstler könnten kaum unterschiedlicher sein, dennoch ergänzen sie sich wunderbar und treffen sich im Archaischen und der Materialität der Arbeiten.
Dies ist nach 2003 die zweite Doppelausstellung der beiden Künstler in unserer Galerie. Sen und Kames, beide mit tschechischen Wurzeln, lernten sich 1995 kennen, als Sen im GSMBA-Atelier (heute visarte) der Cité Internationale des Arts in Paris arbeitete.